Die Erwartung an eine weltliche Trauerrede

Sofern Sie einen Trauerredner oder eine Trauerrednerin suchen, erfahren Sie Namen und Adressen bei Ihrem Bestattungsinstitut. Oder wenden Sie sich mit Ihren Fragen an einen Trauerredner oder an eine Trauerrednerin mit unserem Kontaktformular an die Geschäftsstelle der BATF e.V. in Flintbek bei Kiel.

Für Ihre Erwartungen an Ihren Redner oder an Ihre Rednerin geben wir Ihnen gerne folgende Informationen:

urne2.jpgDer Trauerredner übernimmt ein Mandat von den Angehörigen für die inhaltliche Gestaltung der Bestattung und damit für die Worte ihrer Feier. Die Bestattungen im Umfeld christlicher, jüdischer oder muslimischer Gemeinden hingegen werden durch das Amt getragen, das dem Religionsdiener (Pastor, Rabbiner, Imam) der jeweiligen Gemeinde aufgrund einer anerkannten Ausbildung der Religionsgemeinschaft verliehen worden ist.

Raum für Trauer, Trost und Lebensdeutung wird gewünscht – Räume, welche die Trauerredner und Rednerinnen anbieten und ausgestalten. Während die Bestattung insgesamt ein Übergangsritus (rite de passage) für den Toten und seine Hinterbliebenen ist, unter Verlust jener Jenseitigkeit, welche Kirche und Religionsdiener noch dem aufgeklärten Menschen als ein „Leben nach dem Tod“ weis machen wollten.

Menschen in besonderen Situationen des Lebens suchen ansprechbare und stets erreichbare Fachleute  mit Verständnis für die Trauernden und ihre Verstorbenen. Sie finden Trauerredner, die den Hinterbliebenen mit Feingefühl begegnen, die der Klage über den Tod Ausdruck geben, die Ihre Erfahrungen mit dem Toten wahrhaftig ansprechen, die das Leben des Verstorbenen ehrlich bedenken und die öffentlich würdigen, was zur Biographie eines Menschen gesagt oder gezeigt werden kann; und zwar in heutiger Sprache und mit freundlichen Bildern oder Symbolen, welche zum Leben des Toten gehörten - wahrhaftig und ehrlich auch mit Verständnis für die Stärken und die Schwächen oder sogar die Fehler von Menschen.

Das gemeinsame Ziel Ihres Anliegens und der Arbeit eines professionellen Redners könnte sein, die Bestattung und die in eine Trauerfeier für Ihren lieben Verstorbenen eingebettete Trauerrede zu einer besonderen Erfahrung werden zu lassen. Zentraler Inhalt eines gut gestalteten Abschieds bzw. der Rede ist das Leben und Wirken eines verstorbenen Menschen im Bezug auf all jene, die um ihn trauern und damit jene Öffentlichkeit, welche den Toten umgab. Während ein Lebensübergangsritus stets auch die Veränderungen des Lebens der Hinterbliebenen berücksichtigt, deren Neubesinnung der Tod soeben auslöste. Immerhin benötigt eine Ehefrau, die jetzt Witwe wird, umfassenden Beistand. Kinder, die zu Waisen werden, reflektieren ihre grundsätzliche Prägung. Kollegen, die einen Mitarbeiter verlieren, müssen die täglichen Aufgaben neu definieren. Und Nachbarn, die einen lieben Mitbewohner verlieren, leiden unter dem Verlust des selbstverständlichen Miteinanders. Jeder Tod betrifft immer die allgemeine Öffentlichkeit, wie auch immer "öffentlich" der Verstorbene lebte - gelegentlich nur noch anonym oder nur wenigen überhaupt noch bekannt. Aber selbst dann wird die Öffentlichkeit fest stellen müssen: Wir haben einen Menschen vergessen! Ein Redner wird manchmal das, was sogar weh tut, mit angemessenen Worten wahrhaftig sagen.

Sogar Kirchenmitglieder verzichten zunehmend und gern auf den Pfarrer!

Weil sie diesen nicht erreichen können oder weil der sie nicht anspricht. Sie bitten statt dessen einen Redner um eine Trauerrede unter Verwendung vertrauter christlicher religiöser Symbole. Generell wird jedoch durch den Trauerredner eine zeitgemäße und lebendige Trauerrede vorbereitet, die das Leben und den Tod eines Verstorbenen insgesamt beschreibt; dazu könnten alle Seins- und Sinnfragen gehören, auch unter religiösen oder unter weltanschaulichen Aspekten, vor dem Hintergrund der den Toten und seine Hinterbliebenen umgebenden Kultur.

urne.jpgJeder Übergang von einem Lebensabschnitt in einen neuen wird in allen Kulturen rituell gestaltet. Heute hinterfragen Menschen überkommene Rituale, denn Menschen brauchen Rituale in verständlichen Formen. Auch die Bedürfnisse Trauernder führen zu veränderten Formen des öffentlichen Abschieds von Verstorbenen. Jede Trauerfeier lässt die Einzigartigkeit eines zu Ende gegangenen Lebens und die Gefühle der Hinterbliebenen spüren.

Trauerrednerinnen und Redner überlegen gemeinsam mit Ihnen, mit Ihrem für alle Organisationsfragen zuständigen Bestattungsinstitut und mit den Hinterbliebenen eine Trauerfeier, die immer sehr individuell ausgestaltet und wahrhaftig geleitet wird, damit sie zu einer persönlichen und bleibend bedeutsamen Erfahrung werden kann. Es treffen sich Familien, Kollegen, Nachbarn und Freunde öffentlich in einer Kapelle, in einer Feierhalle, oder zum Abschied "im engsten Kreis". Übrigens auch in den Räumen der Bestattungsinstitute oder auf einem Schiff, wenn es zur Seebestattung hinaus geht. Manchmal sogar zu Hause, auch im Krankenhaus oder in der Kapelle des Seniorenheims, wenn dieses einen Abschiedsraum hat. Neuerdings finden Trauerfeiern auch unter freiem Himmel unter einem Baum auf einem Waldfriedhof statt.

Bestatter und Trauerredner bieten auch sehr unkonventionelle Formen für Abschiede an und können Ihren Wünschen entsprechend vieles organisieren. Die "Öffentlichkeit" ist dann eher Ihr persönlicher Freundeskreis, nur Ihre Familie oder die Menschen, die ehrlich trauern und wirklich beteiligt sind. Manchmal ist das noch heute das ganze Dorf, dessen Trauerkapelle die Kommune verwaltet.

lieblos.JPGEs gibt Menschen, deren anonyme Bestattung "in aller Stille" ihrer Vereinzelung und Vereinsamung entspricht. Trauerredner sprechen hier bewußt von "Entsorgung". Weil noch so einsam lebende Menschen immer ein menschliches Umfeld hatten, welches der Tod direkt berührt - und wenn ein Redner den Menschen sagen muß: "Leute, Ihr habt diesen Toten vergessen!".

Weil Trauerredner sich auch dagegen empören, daß Ordnungs- und Sozialämter unter "Haushaltsaspekten" zur Entlastung ihrer "Budgets" (Haushaltstitel) die einsamen Toten einfach verbrennen und die Totenaschen auf billigste Weise irgendwo anonym verbuddeln, möglicherweise nicht einmal mehr in der eigenen Kommune. Gelegentlich  unter illegaler Anwendung des Bundessozialhilfegesetzes (BSHG), welches grundsätzlich eine "angemessene und würdige Bestattung" unter Berücksichtigung örtlicher Gepflogenheiten vorschreibt. Lassen Sie sich bitte niemals von einem Sozialamt vorschreiben, wie Sie von Ihrem lieben Verstorbenen Abschied nehmen, oder wie Sie einen Toten zu bestatten haben. Sie haben das Recht auf eine freie Wahl der Bestattungsart (Erdbestattung, Feuerbestattung, Urnen-See-Bestattung oder Beisetzung der Urne in einem Ruheforst, Friedwald oder Ruhepark) und das Recht auf eine angemessene und würdige Trauerfeier, so wie es an Ihrem Ort allgemein üblich ist. Das beinhaltet unter Umständen - und je nach regionalen Gepflogenheiten - die Übernahme der Kosten für die Aufbahrung und die Bestattung, der Blumen, der Grabstätte, der Todesanzeige in der Zeitung, eines einfachen Grabsteins, eines guten Trauerredners für eine würdige Trauerrede. Im Zweifel raten wir Ihnen, vor den Sozialgerichten auf Kostenübernahme für Ihren Anspruch auf einen "angemessenen und würdigen" Abschied gemäß der örtlichen Gepflogenheiten zu klagen. Wo kein Pastor zuständig ist, muß die Kommune die Kosten für den Trauerredner oder die Rednerin tragen!

Alle Menschen, die einen öffentlichen Abschied für ihre Toten gestalten, erwarten menschlich erlebbaren Trost, eine persönliche Würdigung und die Vergegenwärtigung einer Lebensgeschichte mit ihren verschiedenen Etappen und Entscheidungen, mit der Darstellung dessen, was als geglückt erscheint oder auch als unerfüllt und unabgeschlossen. Es geht in der Trauerrede darum, an ein abgeschlossenes Leben in seinen einzelnen Aspekten zu erinnern oder es in seiner Entwicklung zu einem Ganzen hin wahrzunehmen.

Motorrad1.jpgJe deutlicher nun Menschen ihre Bedürfnisse im Blick auf die Trauerfeier zu artikulieren wissen, um so höhere Anforderungen werden sie an den Bestatter, insbesondere auch an den Trauerredner, die Trauerrednerin stellen. Wählen Sie bitte niemals den billigsten, sondern mit Blick auf das Honorar stets den kompenten Trauerredner aus, der Ihren Anliegen entspricht! Sie werden für eine gute Trauerrede dem Redner gerne ca. 250 - 400 Euro bezahlen und erkennen, dass sich diese Ausgabe für eine erfahrene Begleitung ganz sicher lohnt!

Die BATF hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre stetig gewachsenen Qualitätskriterien für die Arbeit von Trauerrednerinnen und Trauerrednern durch alle Mitglieder umzusetzen und von jedem Mitglied auch einzufordern.

Der BATF ist ein Berufsverband und vertritt die Interessen ihrer Mitglieder , insbesondere im Hinblick auf die Anliegen von Trauernden, aber auch mit dem Wunsch, die Bestattungskultur - das Gedenken unserer Verstorbenen bzw. das Erinnern an unsere Toten - aktiv mit zu gestalten, damit wir uns stets neu auf das Leben besinnen!

Der BATF  bemüht sich aber auch um die stets beste mögliche Begleitung von trauernden Hinterbliebenen, die eine lebendige Trauerfeier wünschen. Sofern Sie einen guten Trauerredner oder eine gute Rednerin suchen, wenden Sie sich gerne über unser Kontaktformular an den BATF.

Sofern Sie sich über das Internet an uns wenden, werden Ihnen oder Ihrem Bestattungsinstitut in aller Kürze (binnen weniger Stunden) die Adresse eines qualifizierten Ansprechspartners in der Nähe Ihres Wohnortes nennen bzw. Ihnen fast immer noch am selben Tag mit einer persönlichen Mail antworten.

Achtung: Telefonische Anfragen hingegen werden wir aus Zeitgründen (alle Mitarbeiter der BATF arbeiten ehrenamtlich !!) nicht täglich beantworten können!


BATF e.V., Gartenstrasse 114, 24220 Flintbek • Telefon 0 43 47 / 70 37 33 • Fax 0 43 47 / 70 37 35
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